Embryo - Live 2001 Vol.1


 

Neue CD: Embryo - Live 2001 Vol.1
 


1. Darmstadta 4:36
2. Berlin 17 2:38
3. Sinti 2:56
4. Scheng 9 3:04
5. Sommerhopp 2:31
6. Cafe des Artes 12:31
7. Schamania 10:58
8. Pentai 2:29
9. Yorubagroove 2:26
10. Gadulka 7:10
11. No war (Krieg nein Danke!) 1:45
12. Konfuzius 6:09
13. Festivalmoments 3:30
14. Schleusenkrug 3:40




1. Darmstadta
Rec. 20.2.01 "Cafe"  Weinheim
S. D.: (Gadulka), Fredi Alberti (cello), C.B., L.S., Ma.W.  (perc.) J.P. (fl) K.H. (cello)
The name should remind the town we met Fredi Alberti, who since a long time  is a
friend  of Embryo. Stephan Daskalos plays on his Bulgarian gadulka melodies from his
home when the2 cellos have found their groove
Der Titel soll an die Stadt erinnern, wo wir F. A. trafen, der seit vielen Jahren
ein guter Freund der Gruppe ist, und immer wieder mitspielt. Stephan Daskalos
setzt mit seiner bulgarischen Gadulka ein, und spielt Melodien aus seiner Heimat.
2.      Berlin 17
Rec.  30.8.01 Regenbogenfabrik Berlin
X.N. (erhu), D.S. (dr), J.P. (bass), K.H. (g), M.W. (keyboard), C.B. (santour)
Berlin is a place where Embryo performed many times, 17 means the rhythm used
in that improvisation. It is taken to an end by Dieter Serfas in his own way.
In Berlin haben Embryo viele mal gespielt, die 17 soll den Rhythmus über den die
Improvisationen laufen kennzeichnen. Dieter trommelt auf seine Art das Finale ein.
3. Sinti
Rec. 3.6.01 "Swamp Room Festival" Chez Heinz Hannover
Efgeni Atanasov (viol.), A.W. (g), D.S., D.R. (perc), L.S. (dr), J.P. (b), C.B. (santour)
Our Bulgarian friend Stephan arranged, that we had the big fun to meet a real gipsy.
He could play Arabian music, Western standards and the fantastic repertoire the
musicians  around the Black Sea grew up with. Efgeni had inspired us all !
Unser bulgarischer Freund Stephan hat  diesen echten Zigeunermusiker aus seiner
Heimat mitgebracht, der alles mühelos beherrschte: Arabische Musik, westliche
Standards und die phantastischen Lieder der Zigeunerkultur um das Schwarze Meer.
4. Scheng 9
Rec. 30.8.01 Regenbogenfabrik Berlin
X.N. (Scheng), D.S. (dr), J.P. (b), K.H. (g), M.W. (keyb.), C.B. (vibes)
Our Chinese master Xizhi plays an instrument made of black bamboo called
Scheng, the rhythm is a 9/8 beat and no doubt he can fit into that groove.
Hier bläst unser chinesischer Meister Xizhi auf der Scheng, ein seit Jahrtausenden im
Reich der Mitte verwendetes Instrument aus schwarzem Bambus.  Der Rhythmus ist ein
9/8 Takt. Das manchmal zu hörende chinesische Motiv wird eigentlich im 4/4 gespielt.
5. Sommerhopp
Rec. 5.8.01 Kulturherberge
X.N. (voc), K.H. (cello), A.W. (g), L.S. (dr), J.P. (fl), C.B. (voc)
Here you can hear the thrilling vocal vituosity Xizhi has developed. Since he met us
in 1995, he has shown to us many things from the great Chinese tradition,  same time
he has learned to improvise and express himself in a way he never did before.
Ein wunderbares Beispiel der atemberaubenden Gesangskunst von Xizhi, wie er sie
über die Jahre entwickelt hat. Er hat uns viel über die großartige chinesische Kultur bei-
gebracht, gleichzeitig in nie vorher gehörter Weise frei zu improvisieren gelernt.
6. Cafe des Artes
Rec. 12.7.01 Cafe des Artes, Palaminy, South France
D. R. (perc), D.S. (dr), M.W. (perc), Ch.K. (oud), C.B. (vibes)
The beginning of the last concert on a wonderful tour we did in june in that lineup,
bringing together old friends: Dieter and Christian know each other since 44 years.
Chris has met them a decade later. Max & Didak are the upcoming new rhythmic powers!
Ausschnit vom letzten Konzert auf der wundervollen Spanientournee. Diese Besetzung
brachte alte Freunde zusammen. Dieter und Christian kennen sich seit über 44 Jahren, ein
Jahrzehnt später  kam Chris dazu. Max & Didak sind die neuen bewährten Schlagzeuger.
7.      Schamania
rec. as 3. lineup as 3.
More from the session with the gipsy man, this time he starts a 5/8 beat.
Noch ein Ausschnitt von der Session mit dem wundervollen Zigeunergeiger.
8.     Pentai
rec. 27.8. Raw Tempel Berlin  X.N. (fl), C.B. (dr)
Xizhi took his flute after the band had made a break, and Christian switched to the drums.
Xizhi griff plötzlich in einer Spielpause zu seiner Flöte, und Christian begleitete ihn.
9. Yorubagroove
rec. as 4, lineup as 4. Except D.S. (talking drum), C.B. (dr), Renee Ahmend (g)
Part of a 3 hour session, Dieter plays a Yoruba beat, he had learned in Nigeria.
Wenige Minuten einer langen Session, Dieter spielt einen Yoruba Rhythmus aus Nigeria
10. Gadulka
rec. as 1., lineup as 1. except: K.H. (g), L.S. (marimba), Ma.W. (dr)
Stephan plays now one year with Embryo, became almost a regular member while
introducing the magic of  Bulgaria. His philosophy: without music life is a mistake!
Stephan spielt seit  einem Jahr mit Embryo,  ist jetzt fast ein festes Bandmitglied, und
bringt  bulgarische "magic" unters Volk. Leben ohne Musik ist für ihn  ein Irrtum.
11. No war
rec. 21.9.01 Brückerl München
Parvis Ayan (tabla), Jamal Mohmand (harmonium), Nick Mc Carthy (b), K.H. (cello),
Götz Liekfeld (tp), Chuck Henderson (sopransax), C.B. (vibes) Ma.W. (dr)
After that shock from 11.9 Embryo did some concerts including musicians from USA
and Afghanistan. It had been planned long before and there were endless discussions
that all turned into the demand for no war!
Kurz nach dem Schock vom 11.9 gab es ein paar Embryokonzerte mit Musikern aus
den USA und Afghanistan. Diese Besetzung stand lange vorher fest, es wurde viel
über die Ereignisse diskutiert und kein Krieg war die einhellige Meinung.
12. Konfuzius
rec.24.1.01 Mendelssohnsaal Hochschule für Musik u. Theater Hamburg
Mu Sa (pipa), X.N (erhu), C.B. (vibes)
Xhizhi explained, that this musical piece had been strictly improvised. Mu Sa is one of
his  favourite partners, who had been educated by one of the great masters of Peking.
Xizhi beschrieb dieses Stück als durchgehende Improvisation. Mu Sa ist sein Wunsch-
Partner, der von einem Großmeister aus Peking in das Spiel der Pipa eingeweiht wurde.
13. Festivalmoments
Rec. 26.8.01 Kloster Cornberg
D.S. (perc), K.H. (g), A.W. (g), J.P. (b), X.N. (voc), C.B. (dr)
This is part of the many jams we did on festivals, here the guitars seem to bring back old
memories. For Xizhi this is the Embryo sound.
Eine der vielen Sessions wie sie auf den Festivals immer wieder passierten. Der Klang
der Gitarren erinnert etwas an "alte Zeiten" doch für Xizhi ist das der Embryosound.
14. Schleusenkrug
rec. 29.8.01 Schleusenkrug Berlin
M.W. (keyb.), D.S. (perc), K.H. (g), J.P. (b), X.N. (fl), C.B. (dr)
The end of a concert. Just like it should be. Everybody was happy and peaceful.
Das Ende eines Konzertes. Wie es sein sollte. Jeder war glücklich und friedlich.
Embryo: M.W.: Michael Wehmeyer / D.S.: Dieter Serfas / L.S.: Lothar Stahl / X.N.: Xizhi
Nie / K.H.: Karsten Hochapfel / Ma.W.: Max Weissenfeldt / J.P.:Jens Pollheide / A.W.: Azen
Wehmeyer / S.D.: Stefan Daskalos / C.B.: Christian Burchard
All recordings, producing: Embryo / executive producer: Andreas Pardatscher
Compositions / arrangements: Christian Burchard (except  5 & 8 Xizhi Nie, 11& J. Mohmand)
Cover: Petra Scherzer, LayOut: Jo Vossenkuhl, Embryo Photos: Klaus Unland, Embryo

Thanks to: Laura Arcos, Marilo Gine (Alchemy of the Sun), Igor, David, Jordi (Invasio Subtil), Frisco (Ulises, La Liebre de Marzo),  all people from Can Pasquual, Antoni &Antonella Robert, Uli Bauereis, Ernst Witzel, Francesc Diaz Y Melis,  Katja Urban, Dieter Frank, Peter Kriggel, Susanna&Jota (La Traviesa), Xico, Ramon Ferrer, Santi Comelles, Jordi Soley (Planet Music), Volker Schmiedchen, Andreas Klinksiek, Klaus Unland, Kurt Mitzkatis, Peter Michael & Moni Hamel, Christian&Druse Schmidthofer, Voggy&Tom, Jürgen Markus, Giampiero&Jean Carlo&Francesca&Lucia (Materiali Sonori), Willem Kucharzig (Swamp Room Records), Nikel Pallat (Indigo), Kalle Becker (Think Progressive), Jimmie Wunderlich, Ingo Vaupel, UFA Berlin, Julius&Sonja Schittenhelm, Dirk Engelhardt, Bernhard Jugel, Christoph Wagner, Jerry Bauer, Roland Jörges, Sigi&Claudia Babl, Klaus Lea, Marco Brolpito, Francoise&Helena (Lieurac), Tony&Dorothee, Hemmy&Mela, Namiko Tsutsumi, Ebie Kuniteru, Doro Krämer, Marja, Eva Pluwatsch - Burchard and all the others!



Info:
English Version (soon...)

Diese 30. te Platte von Embryo hätte als Vol.2 von Live 2000 erscheinen sollen. Weil die Musiker bei ihren vielen Konzerten immer wieder gefragt wurden ob denn ein brandaktuelles Werk vorliegt jetzt diese CD, auf der unter anderem zu hören ist, was gerade vor ein paar Wochen eingespielt wurde.
Es herrscht bei diesen Aufnahmen die: "..manchmal schon provozierende Nähe. So als hätte jemand den Videoton einer Kamera bei einer Vorführung direkt verwendet. Man hört jedes Nebengeräusch. Doch genau das liebe ich. Man hört wirklich alles. Nichts ist dazu gemischt.....Da wird nichts vertuscht und nichts zugekleistert..." (Kurt Mitzkatis in der neuesten Ausgabe von German Rock über Live 2000 Vol 1.)
Auch hier viele Aus- und Einblendungen, weil Embryo einen Überblick über die Auftritte von Palermo bis Hamburg oder Madrid ermöglichen wollte. (Natürlich unmöglich, denn viele bedeutende musikalischen Begegnungen hatten dann doch keinen Platz mehr und sind hoffentlich auf Vol. 2 mitzuerleben).
Auf jedem  Stück dieser CD wechseln sich vier Schlagzeuger ab: Lothar Stahl seit vielen Jahren dabei, der früher bei den "gefürchteten" Checkpoint Charlie trommelte, Dieter Serfas einer der wichtigsten Drummer Deutschlands, über den das Jazzpodium kürzlich in einer Kritik (Mai 01) schrieb, dass er "mit virtuoser Intuition Akzente und Räume schafft oder kontrapunktiert, dass es eine wahre Freude ist." Dann newcomer Max Weissenfeldt, der in der "Nu Jazz" Szene mit Kultgruppen wie Beanfield oder Poets of Rhythm spielt und natürlich Christian Burchard der den Embryo Stil entscheident geprägt hat.
Der ferne Osten wird vertreten durch einen der bedeutendsten Pipaspieler (Pipa ist die chinesische Laute) dieses Planeten: Mu Sa.  Xizhi Nie ist eine Art "Jimi Hendrix" von China, der seit vielen Jahren mit den Embryos lebt und reist. Er zaubert auf seiner Kniegeige die abgefahrendsten Klänge, spielt außerdem noch jede Menge andere Instrumente aus dem Reich der Mitte wie die große Mundorgel Scheng aus schwarzem Bambus, die aus einem Science Fiction Film stammen könnte, so wie seltsame Flöten und Schalmeien.
 

Auf dem Titel Sommerhopp können wir hören was ein chinesischer
Rap ist. Hier zaubert er nur mit seiner Stimme in rasender Ge-schwindigkeit dadaistische Scatgesänge wie sie die Welt noch nicht gehört hat.
Auf vier anderen Titeln hören wir "europäische exotische" Klänge. Auf zwei spielt der musikalische Botschafter Bulgariens in Deutschland Stefan Daskalos die Gadulka, eine Geige aus seiner Heimat und auf den anderen hören wir Efgeni Atanasov, der aus einer bedeutenden Zigeunermusiker Dynastie vom Schwarzen Meer stammt. Stefans Stil ist melancholisch verträumt, für ihn ist das Leben ohne Musik ein Irrtum. Efgeni, gerade mal 20 Jahre alt, wirkt dagegen wie ein Rennpferd. Er verkörpert die Wildheit und mit Zaubertricks gespickte, für Embryo nach wie vor unbekannte Welt der Sinti oder Roma, die vor nicht all zu langer Zeit hier in Deutschland grausam vernichtet wurde, und heute nur noch als klischeehafte Folklore zu existieren scheint.
Auch erstmals auf einer Embryoscheibe zu hören ist der Gitarrist Azen Wehmeier, obwohl er seit Jahrzehnten eigentlich schon immer dazu gehört. Er ist eines der Gründungsmitglieder von Missus Beastly, eine Kultband die schon Jahre vor Embryo psychodelische Klänge verbreitet hat. Später sollten zwei Musiker dieser legendären Combo zusammen mit Keyboarder Michi Wehmeyer (der auch auf den Berlinstücken dieser CD mitspielt) die Dissidenten gründen. Er hat ganzen Generationen von Saitenspielern seine Kunst beigebracht, wie auch Embryo Bassist Jens Pollheide, der manchmal auch bizarre Flötenimprovisationen auf dieser CD produziert.
Dieses Jahr war die Wiederauferstehung von Amon Düül und das obwohl "Mastermind" dieser Gruppe Chris Karrer immer  wieder in den Embryobus einsteigt um mit den Botschaftern der alternativen Musik oder wie der Stern mal schrieb dem "Flaggschiff des deutschen Undergrounds" mitzufahren. Der Titel mit ihm entstand auf einer wunderbaren Spanientour im Frühsommer.
Gerade zwei Tage nach dem Schock vom 11. September traf sich eine Embryobesetzung für mehrere Konzerte, wo afghanische und USA Musiker mit dabei waren.
"Kein Krieg" heißt die unmißverständliche Botschaft, denn Embryo hat Afghanistan als eines der schönsten Länder die es gibt, erlebt!